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Berufsunfähigkeitsversicherung Selbstständige: Was du als VA wirklich wissen musst

Autorenbild: Vivendum Assekuranz
Vivendum Assekuranz
3. Okt.
4 Min. Lesezeit
Berufsunfähigkeitsversicherung Selbstständige: Was virtuelle
Assistenzen und digitale Dienstleisterinnen wissen müssen

Als Angestellte hast du ein Netz. Dein Arbeitgeber zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung ein, du hast Anspruch auf Krankentagegeld und im schlimmsten Fall greift die Erwerbsminderungsrente. Als Selbstständige hast du das alles nicht. Oder zumindest nicht automatisch.


Wer als virtuelle Assistenz oder digitale Dienstleisterin selbstständig arbeitet, lebt von seiner Arbeitskraft. Wenn diese Arbeitskraft wegfällt, wegen Krankheit, Unfall oder einem anderen Grund, bricht das Einkommen ein. Nicht langsam. Sofort.


Genau für diesen Fall gibt es die Berufsunfähigkeitsversicherung. Selbstständige brauchen sie sogar noch dringender als Angestellte, denn eine Berufsunfähigkeitsversicherung Selbstständige abschließen heißt: die eigene Arbeitskraft absichern, auf die niemand sonst aufpasst.



Was bedeutet Berufsunfähigkeit überhaupt?


Berufsunfähig bist du, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben kannst. Das ist die klassische Definition, die die meisten Versicherer verwenden.


Wichtig: Es geht um deinen konkreten Beruf, nicht um irgendeinen Job. Das nennt sich abstrakte Verweisung, und hier liegt einer der entscheidenden Unterschiede zwischen guten und schlechten Policen.


Eine schlechte BU-Police kann dich auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest, auch wenn er nichts mit deiner bisherigen Tätigkeit zu tun hat. Eine gute Police verzichtet auf diese abstrakte Verweisung. Dann bist du bereits dann leistungsberechtigt, wenn du deinen eigenen Beruf nicht mehr ausüben kannst, egal ob ein anderer theoretisch möglich wäre.



Berufsunfähigkeitsversicherung Selbstständige: Warum die staatliche Absicherung nicht reicht


Viele Selbstständige sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Das bedeutet: Kein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, oder wenn, dann nur eine sehr geringe Leistung.


Aber auch für die, die freiwillig einzahlen: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist kein Ersatz für eine private BU. Sie zahlt nur, wenn du gar keinen Beruf mehr ausüben kannst, nicht nur deinen eigenen. Und selbst dann reicht die Höhe in den meisten Fällen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.


Als Selbständige bist du dein eigenes Unternehmen. Wenn du ausfällst, fällt das Unternehmen aus. Eine BU-Versicherung ist keine Option, sie ist ein Grundlage.



Was bei der BU für Selbständige besonders wichtig ist


Keine abstrakte Verweisung

Lass dich nicht auf andere Berufe verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest. Eine gute Police zahlt, wenn du deinen eigenen Beruf nicht mehr kannst. Punkt.


Die richtige Berufsgruppe

Versicherer stufen Berufe in Risikogruppen ein. Büro- und digitale Tätigkeiten werden in der Regel günstig eingestuft, weil das körperliche Risiko gering ist. Das bedeutet: Als VA oder digitale Dienstleisterin bekommst du in der Regel günstige Beiträge, wenn du dich rechtzeitig absicherst.


Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Bei der Beantragung einer BU-Police musst du Gesundheitsfragen beantworten. Diese müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Wer hier schummelt, riskiert, dass die Versicherung im Leistungsfall die Zahlung verweigert. Lieber vorher klären, als nachher ohne Leistung dastehen.


Höhe der BU-Rente

Die BU-Rente sollte so hoch sein, dass du davon tatsächlich leben kannst, also mindestens deine laufenden Fixkosten deckt. Als Faustregel gilt: 70 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens als Absicherung anstreben.


Laufzeit

Idealerweise läuft die BU-Police bis zum geplanten Renteneintrittsalter, also bis 67. Kürzere Laufzeiten klingen günstiger, lassen aber genau in dem Zeitraum eine Lücke, in dem das Risiko einer Berufsunfähigkeit erfahrungsgemäß am höchsten ist.



BU Versicherung virtuelle Assistenz: Was sich durch die digitale Tätigkeit ändert


Für VAs und digitale Dienstleisterinnen ist die körperliche Berufsunfähigkeit weniger das Hauptrisiko als für handwerkliche Berufe. Das Risiko liegt woanders: psychische Erkrankungen sind inzwischen einer der häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit, vor allem bei Menschen, die in stark kommunikativen und projektgebundenen Berufen arbeiten.


Das bedeutet für dich: Eine BU-Police, die auch psychische Erkrankungen vollständig einschließt und nicht durch Klauseln einschränkt, ist entscheidend. Auch hier lohnt ein genauer Blick ins Bedingungswerk.


Ein Baustein, der zu allem anderen dazugehört


Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein Ersatz für Berufshaftpflicht, Cyberversicherung oder Rechtsschutz. Sie schützt dich selbst, nicht deine Kunden. Aber sie ist der Baustein, der sicherstellt, dass du als Person wirtschaftlich handlungsfähig bleibst, auch wenn das Business vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr läuft.


Ganzheitliche Absicherung bedeutet: gewerbliche Risiken auf der einen Seite, persönliche Absicherung auf der anderen. Beides gehört zusammen.




Häufige Fragen: Berufsunfähigkeitsversicherung Selbstständige


Ab wann bin ich als Selbstständige berufsunfähig?

Berufsunfähig bist du laut den meisten Policen, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Entscheidend ist, dass eine gute Police auf die abstrakte Verweisung auf andere Berufe verzichtet. Du wirst also nicht auf Tätigkeiten verwiesen, die du theoretisch noch machen könntest.


Lohnt sich eine BU-Versicherung auch mit kleinem Budget?

Ja. Gerade digitale Berufe werden von Versicherern oft günstig eingestuft, weil das körperliche Risiko gering ist. Wichtiger als eine hohe Rentenhöhe ist zunächst, überhaupt einen Schutz zu haben und sich früh zu versichern, weil Gesundheitsprobleme später den Abschluss erschweren oder verteuern können. Eine Beratung hilft dabei, die richtige Balance aus Beiträg und Leistung zu finden.


Was passiert, wenn ich vorerkrankt bin?

Vorerkrankungen müssen bei der Beantragung wahrheitsgemäß angegeben werden. Je nach Art der Erkrankung kann es zu Ausschlüssen, Beitragszuschlägen oder in Einzelfällen zur Ablehnung kommen. Es gibt jedoch Versicherer, die bestimmte Risiken kulanter bewerten als andere. Eine persönliche Beratung mit anonymer Voranfrage beim Versicherer kann hier vorab Klarheit schaffen, ohne direkt im System zu erscheinen.



 
 
 

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