Berufshaftpflicht virtuelle Assistenz Gründung: Was meine erste Masterclass gezeigt hat


Am Donnerstag war ich zum ersten Mal als Referentin in einer VA-Community zu Gast. Thema: Versicherung für virtuelle Assistenzen. Und ich wusste nicht genau, was mich erwartet.
Was ich erlebt habe, hat mich bestätigt. Und gleichzeitig nachdenklich gemacht.
Die Frage, die sofort kam
Noch während der Masterclass kam eine Frage, die ich so erwartet hatte: Wenn ich noch keine Kunden habe, wann macht es dann Sinn, eine Berufshaftpflicht abzuschließen?
Es ist die ehrlichste Frage überhaupt. Und sie zeigt, wie viele VAs denken: erst wenn es ernst wird, kümmere ich mich um die Absicherung.
Versicherung VA wann abschließen: Die ehrliche Antwort
Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen pauschalen Zeitpunkt, der für alle gilt. Was ich empfehle: Beschäftige dich mit dem Thema, bevor du gründest. Nicht weil du sofort alles abschließen musst, sondern weil du verstehen solltest, was du brauchen wirst. Und dann, je nachdem wie weit du bist, entscheidest du wann es Sinn macht, den Schutz zu beantragen.
Warum das wichtig ist: Eine Berufshaftpflicht geht schneller als du denkst. Aber Cyber zum Beispiel ist ein eigener Baustein, den ich bei meinen Mandantinnen meist in einem kombinierten Produkt einschließe. Das braucht mehr Überlegung als ein schneller Online-Abschluss. Und genau da liegt das Problem mit Lösungen wie Exali, die online als einfache Antragsstrecke angeboten werden. Sie sind schnell. Aber wer sich mit dem Thema nicht auskennt, weiß oft nicht, was er dort wirklich angekreuzt hat, und ob die eigenen Tätigkeiten tatsächlich korrekt eingestuft sind.
Das, was mich wirklich überrascht hat
In der Masterclass waren sowohl Gründerinnen dabei, die gerade starten, als auch VAs, die schon länger selbstständig sind. Und von den erfahreneren hatte die große Mehrheit keinen Versicherungsschutz. Keine Berufshaftpflicht für virtuelle Assistenz. Gar nichts.
Das ist nicht vorwurfsvoll gemeint. Es ist ein Systemfehler. Wer als VA startet, bekommt von niemandem einen Hinweis auf die eigenen Risiken. Wer zu einem normalen Vermittler geht, bekommt kein passendes Angebot, weil das Berufsbild nicht eingeschätzt werden kann. Und wer online sucht, findet Standardprodukte, die oft nicht zu den eigenen Tätigkeiten passen.
Die meisten VAs sind nicht unversichert, Wochenendeil sie es ignorieren. Sondern weil das System für sie keine Lösung bereithält.
Berufshaftpflicht virtuelle Assistenz Gründung: Das Gespräch von heute
Direkt nach der Masterclass hatte ich heute ein Erstgespräch mit einer VA, die mir genau das gespiegelt hat. Sie beschreibt sich als virtuelle Assistenz, bietet aber längst viel mehr an: Content-Erstellung, Prozessberatung, Systemaufbau. Klassische digitale Dienstleistungen, die weit über klassische Assistenztätigkeiten hinausgehen.
Ihre Aussage hat mich nicht überrascht, aber sie hat mich berührt: Sie kann sich im Internet keinen passenden Schutz zusammenstellen. Und wenn sie bei ihren bisherigen Ansprechpartnern nachfragt, können diese mit ihren Tätigkeiten schlicht nichts anfangen.
Das ist genau das, was ich meine. Nicht fehlende Motivation, nicht fehlendes Bewusstsein. Fehlende Lösungen für ein Berufsbild, das der Versicherungsmarkt noch nicht richtig kennt.
Warum ich das mache
Ich bin selbst in der VA-Welt. Ich kenne diese Tätigkeiten nicht aus Büchern, sondern aus der eigenen Praxis. Ich weiß, was eine VA leistet, welche Systeme sie bedient, welche Verantwortung sie trägt und wo die Risiken wirklich entstehen.
Und ich setze mich aktiv dafür ein, diese Berufsgruppe bei Versicherern bekannter zu machen. Das ist kein einfacher Weg, das ist mühsam und dauert. Aber es ist notwendig. Weil es hier um Existenzen geht. Nicht um Produkte.
Dass Sabrina von der Community das gestern so zurückgespiegelt hat, dass man merkt, dass ich das mit Herzblut mache, hat mich wirklich gefreut. Weil genau das der Antrieb ist.
Was als nächstes kommt
Wir werden die Masterclasses fortführen. Und der nächste Schritt ist bewusst anders: Wir sprechen gezielt VAs an, die bereits Versicherungsschutz haben. Weil genau da oft die größten Lücken stecken. Eine Police zu haben bedeutet nicht, dass sie zur heutigen Tätigkeit passt. Und der genaue Blick auf das, was wirklich drin steht, lohnt sich fast immer.
Die Aufzeichnung der ersten Masterclass ist übrigens auf YouTube verfügbar, veröffentlicht von der Community. Wer reinschauen möchte:
Häufige Fragen: Berufshaftpflicht virtuelle Assistenz Gründung
Ab wann sollte ich als VA eine Berufshaftpflicht abschließen?
Es gibt keinen pauschalen Zeitpunkt, der für alle gilt. Was ich empfehle: Beschäftige dich mit dem Thema vor der Gründung, damit du weißt was du brauchst. Wann du den Schutz dann tatsächlich beantragst, hängt davon ab, wie weit du bist und welche Bausteine für dich relevant sind. Eine Berufshaftpflicht allein geht schnell. Sobald Cyber, Rechtsschutz oder kombinierte Produkte dazu kommen, lohnt sich eine persönliche Beratung mehr als ein Klick auf einer Online-Plattform.
Ich habe schon eine Versicherung. Muss ich trotzdem prüfen lassen?
Ja, unbedingt. Eine Police zu haben bedeutet nicht, dass sie zu deinen heutigen Tätigkeiten passt. Viele VAs haben ihren Schutz vor Jahren abgeschlossen, seitdem aber ihr Angebot deutlich erweitert. Was damals gepasst hat, deckt heute vielleicht nur noch einen Bruchteil deiner Arbeit ab. Der Blick ins Kleingedruckte lohnt sich fast immer.
Warum reicht Exali oder eine Online-Antragsstrecke nicht?
Online-Antragsstrecken wie Exali haben ihren Platz, sie sind schnell und günstig. Aber wer sich mit dem Thema Versicherung nicht auskennt, kreuzt dort an, was sich richtig anfühlt, ohne zu wissen, ob die eigenen Tätigkeiten tatsächlich korrekt eingestuft sind. Das Ergebnis: eine Police, die im Ernstfall nicht greift. Hinzu kommt, dass Bausteine wie Rechtsschutz dort oft gar nicht enthalten sind. Eine individuelle Beratung kostet nicht mehr, schafft aber Klarheit darüber, was wirklich drin ist.


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