top of page

Versicherung virtuelle Assistenz und digitale Berufe

  • Autorenbild: Vivendum Assekuranz
    Vivendum Assekuranz
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

41 % der Freelancer arbeiten ohne Berufshaftpflicht. Und fast alle unterschätzen genau die Risiken, die VAs täglich eingehen.


Eine aktuelle Studie zeigt: Das Problem ist nicht fehlendes Bewusstsein für Risiken generell. Das Problem ist, dass die falschen Risiken auf dem Radar sind.


Versicherung virtuelle Assistenz und digitale Berufe


Versicherung virtuelle Assistenz und digitale Berufe
Virtuelle Assistenz

Was die Zahlen sagen


Die Freelancer-Studie 2026 von freelance.de, durchgeführt gemeinsam mit dem Spezialversicherer Hiscox, liefert Zahlen, die mich als Maklerin nicht überrascht haben. Aber die trotzdem deutlich machen, wie ernst die Lage ist.

41 Prozent der befragten Freelancer verfügen über keine Berufshaftpflichtversicherung. 23 Prozent haben sogar überhaupt keine Versicherung abgeschlossen.

Das bedeutet: Fast jede zweite selbstständig arbeitende Person trägt das finanzielle Risiko beruflicher Fehler vollständig selbst. Ohne Netz. Ohne Boden.

Aber das eigentlich Beunruhigende liegt woanders.


Das eigentliche Problem: Risikowahrnehmung trifft Realität nicht


Viele Freelancer halten typische Schadenursachen offenbar für wenig relevant. So betrachten lediglich 31 Prozent Schäden durch Projektverzögerungen, Projektausfälle oder Projektabbrüche als relevantes Risiko. Noch geringer fällt die Risikowahrnehmung bei mangelhafter Leistung oder Fehlberatung aus. Hier sehen nur 18 Prozent der Befragten eine ernsthafte Gefahr. Die Verletzung von Rechten Dritter wird sogar lediglich von 12 Prozent als relevantes Risiko eingestuft.

Genau das sind aber die Schadenursachen, die in der Praxis am häufigsten auftreten.

Warum diese Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität? Ich glaube: weil die meisten Selbstständigen, und insbesondere virtuelle Assistenzkräfte, sich gar nicht als potenziell haftbar wahrnehmen. Wer keine schweren Maschinen bedient, keine Baustellen leitet und keine Arzneimittel verschreibt, denkt: Was soll mir schon passieren?

Antwort: eine ganze Menge.


Versicherung virtuelle Assistenz und digitale Berufe


Virtuelle Assistenz ist längst kein klar umrissener Beruf mehr. Hinter dem Begriff verbirgt sich heute ein breites Spektrum an Tätigkeiten, viele davon mit echten wirtschaftlichen Konsequenzen für Kund:innen.

Typische VA-Tätigkeiten und das dazugehörige Haftungsrisiko:

 

Notion, CRM, Automationen, Workflows: Du baust Systeme, auf die andere ihr Business aufbauen. Ein Fehler in der Logik kann zu Auftragsverlust, fehlgeleiteten Kundendaten oder DSGVO-Verstößen führen. Alles davon erzeugt finanziellen Schaden.

Content, Social Media, Affiliate: Ein falscher Link, ein übersehenes Urheberrecht, eine unbeabsichtigte Markenverletzung. Urheberrechtsverletzungen sehen nur 12 Prozent der Befragten als relevantes Risiko. In der Schadenpraxis gehören sie zu den häufigsten Fällen.

Coaching, Schulung, Wissensvermittlung: Wer Notion-Kurse gibt, Produktivitäts-Coachings anbietet oder Organisationssysteme empfiehlt, gibt Handlungsempfehlungen weiter. Wenn jemand sein Business nach deinen Empfehlungen ausrichtet und dadurch Geld verliert, bist du in der Haftung. Auch ohne Rechts- oder Steuerberatung. Auch ohne das Wort Coaching auf der Website.

Projektkoordination, Communitymanagement, digitale Organisation: Fristverletzungen, Kommunikationsfehler, verzögerte Übergaben. Projektverzug als Schadenursache wird von nur 31 Prozent ernst genommen. Dabei ist er laut Hiscox-Schadenabteilung die häufigste Ursache in der Praxis.

 

Das verbindende Element bei all diesen Beispielen: Der Schaden entsteht nicht, weil etwas kaputtgegangen ist. Er entsteht, weil jemand Geld verliert. Rein finanziell. Ohne Sach- oder Personenschaden davor.

Das nennt sich in der Versicherungssprache ein echter (reiner) Vermögensschaden. Und genau dieser Schadenstyp ist in vielen Policen nicht oder nur unzureichend gedeckt.


Warum "Vermögensschäden mitversichert" nicht ausreicht


Viele VA-Selbstständige haben entweder eine Privathaftpflicht mit Kleingewerbe-Klausel oder denken, ihre Betriebshaftpflicht decke alles ab. Beides ist in der Regel ein Irrtum, sobald echte Vermögensschäden ins Spiel kommen.

Ein Blick in Bedingungswerke zeigt das schnell: Es gibt Policen, die Vermögensschäden als versichert ausweisen. Der Teufel steckt im Detail. Oft sind damit nur unechte Vermögensschäden gemeint, also finanzielle Folgeschäden aus einem vorherigen Sach- oder Personenschaden. Wenn der Laptop eines Kunden kaputtgeht und er deshalb nicht arbeiten kann, ist der Verdienstausfall ein unechter Vermögensschaden. Das ist nicht das Problem.

Das Problem sind die rein finanziellen Schäden ohne Vorschadensereignis: der falsche Funnel, die fehlerhafte Empfehlung, der übersehene Datenschutzverstoß, der verspätete Projektabschluss. Diese Schäden entstehen täglich in der digitalen Dienstleistung.

Und eine weitere Klausel trifft VA-Tätigkeiten direkt: Viele Policen schließen Schäden aus Ratschlägen und Empfehlungen aller Art explizit aus. Beratung, Schulung, Coaching, Empfehlung eines Tools, Aufbau eines Prozesses. Das alles fällt darunter.


Was wirklich schützt: Tätigkeitsgenaue Absicherung


Die Lösung liegt nicht darin, die nächstbeste Berufshaftpflicht zu kaufen, die sich für Freelancer bewirbt. Die Lösung liegt in einer ehrlichen Analyse der eigenen Tätigkeiten.

Was machst du wirklich? Und was davon kann einen finanziellen Schaden erzeugen, wenn etwas schief läuft?

Die Antwort darauf ist der Ausgangspunkt für einen Versicherungsschutz, der tatsächlich hält, was er verspricht. Nicht pauschal, sondern tätigkeitsgenau.

Mit expliziter Deckungsbestätigung für jede deiner Leistungen.

 

Sobald du Wissen, Prozesse oder Empfehlungen verkaufst, denke ich an echte Vermögensschäden.

 

Ob dein aktueller Schutz das abdeckt, lässt sich oft erst beim genauen Blick in die Bedingungen klären. Genau das mache ich gemeinsam mit dir.

 

 
 
 

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page